København

Einzigartig. Bunt. Lebenswert.

Mit seinem bunten Stadtbild, gleich mehreren imposanten Bauten, zahlreichen Grünflächen und dem maritimen Flair ist Kopenhagen eine der wohl charmantesten Städte Europas. 

 

Bereits mehrfach als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet, ist dies ein Grund mehr der dänischen Hauptstadt einen Besuch abzu-statten. Mich interessiert, was die Hafenstadt zu bieten hat und ob sie der derzeit lebens-wertesten Stadt, nämlich Wien, denn auch das Wasser reichen kann.

 

Noch einmal Kind sein...

Im Mai 2019 flogen wir mit Handgepäck und guter Laune in den Norden - mehr braucht's nicht. Luca wollte unbedingt, dass wir eines der vielen stylischen Familienräder ausleihen und damit die Stadt erkunden; gemacht haben wir das nicht, wir sind lieber zu Fuß und mit Bahn unterwegs. Unser Besuch bei den Dänen war ein Geschenk zu Luca seinem 5. Geburtstag, sodass sich das Sightseeing primär nach seinen Wünschen richtete.

 

Das bedeutete unzählige Besuche auf diversen Spielplätzen und eine Menge Eis & Süßigkeiten. Wir verbrachten aber auch Zeit am weitläufigen Strand und besuchten Europas größtes Aquarium. Ganz wie es sich für ein erfülltes Kinderleben gehört. 





Land und Leute

Die allgemeinen Lebenshaltungskosten Kopenhagens liegen über dem anderer vergleichbarer Länder wie z.B. Deutschland und Österreich. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Steuerbelastung, mit der wiederum das umfangreiche Sozial-system finanziert wird. Eine positive Auswirkung davon ist, dass das Stadtbild keinerorts von sozialen Randgruppen be-herrscht wird, nur ganz selten sieht man einmal einen Bettler. Die damit deutlich vermittelte Sicherheit ist keine trügerische - die Kriminalitätsrate ist in Dänemark wesentlich niedriger als in anderen europäischen Ländern. Das alles hat natürlich auch seinen Preis, und diesen gilt es in der Reisekasse zu berück-sichtigen.

 

Was dem genauen Beobachter sofort auffällt ist das beinahe immerwährende Lächeln der Dänen, was leider nicht viel über deren wahren Gemütszustand aussagt. Ähnlich wie bei den Engländern gehören auch hier Höflichkeitsfloskeln zum Pflicht-programm und so hört man bei jeder Gelegenheit "Tak, tak, tak!" (Danke). Mit einem allzu kritischen oder gar harschen, aufbrausendem Verhalten kann man sich schnell unbeliebt machen. Pluspunkte gibt es, wenn man sich bemüht ein paar Brocken Dänisch zu sprechen - wer Glück hat bekommt sogar auf Deutsch eine Antwort. Mit Kind und Kegel macht der Städtetrip gleich noch viel mehr Spaß, da die Dänen sehr kinderlieb sind und Kindern in der Stadt viel geboten wird.

 

 




Geschichte

Im 12. Jahrhundert wurde am Øresund eine Burg errichtet, die den kleinen Handelshafen der Fischersiedlung Havn ("Hafen") sichern sollte. Aufgrund der geografischen Lage zwischen dem Bischofssitz in Roskilde und dem damals skandinavischen Erz-bischofssitz in Lund war die Burg von besonderer Bedeutung und erhielt daher den Namen Køpmannæhafn ("Kaufmänner-hafen"). Die Stadt entwickelte sich rasant und wurde später auch als Residenz des Königs genutzt. Insbesondere in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts blühte Kopenhagen unter Christian IV auf, weshalb ihm zu Ehren auch ein Feiertag gewidmet worden ist.

 

Die dänische Hauptstadt erlebte in seiner Geschichte viele Katastrophen, Seuchen und Kriege. Von 1658 bis 1659 hielt die Stadt einer Belagerung stand, während das übrige Dänemark von den Schweden vollständig besetzt war. Im 18. Jahrhundert starb nach Pest und Seuchen ein Drittel der Stadtbewohner. 1728 sowie 1795 wüteten zwei Stadtbrände. Der zu dieser Zeit erfolgte Wiederaufbau prägt bis heute noch das Stadtbild der Altstadt Kopenhagens.

 

1848 zwangen öffentliche Demonstrationen König Frederik VII zu Reformen und dem Erlass eines Grundgesetzes. Mit den nationalen Spannungen und Dänemarks Verlust von Schleswig und Holstein im Krieg von 1864 verließen auch viele deutsch-sprachige Beamte und Kaufleute die Stadt, die bis dahin jahr-hundertelang die Geschichte der Stadt mitgeprägt hatten.

 

Mit der Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert erfuhr die Stadt von Arbeitern, die vom Land in die Stadt zogen, erneut Zuwachs. Die damaligen Befestigungsanlagen wurden teil-weise in Parks (darunter auch der Tivoli Park) umgewandelt. Die am östlichen Ende gelegene Wallanlage sowie die Festung Kastellet blieben jedoch erhalten. Durch den Zustrom ent-standen neue Bürger- und Arbeiterviertel, die bis heute noch aus den damals gebauten Häusern bestehen.

 

Während des zweiten Weltkriegs wurde Kopenhagen kampflos von deutschen Truppen eingenommen. Die Stadt blieb wie das übrige Dänemark bis zum 5. Mai 1945 besetzt, aber weitest-gehend von Kriegszerstörungen verschont.




Küche

Ein traditionelles Mittagessen in Dänemark ist das Smørrebrød. Das sind mit Wurst, Fisch oder Käse belegte und üppig garnierte Schwarzbrotscheibchen, die mit Messer und Gabel gegessen werden. Auch wird in zahlreichen Restaurants gerne ein kaltes Büffet (Koldt Bord) mit Selbstbedienung angeboten.

 

Ein wichtiger Bestandteil der dänischen Küche sind Meeres-früchte, Krabben und Fische aller Art. Schweinekrustenbraten Frikadellen und Leberpastete schätzen die Dänen aber ebenso! Darüber hinaus sind die Dänen wahre Naschkatzen: überall findet man Blätterteiggebäck mit Füllung und Zuckerguss, Sahneeis mit Frucht- oder Schokoladensoße, Lakritz und bunte Bonbons. Es gibt sogar Dropskøgereien, wo man dem Zuckerbäcker bei der Bonbonherstellung zuschauen kann. Nicht nur bei Touristen beliebt sind die etlichen Imbissstände, die heiße Würstchen (Pølser), Hotdogs und Pommes verkaufen und an jeder Straßenecke zu finden sind.

 

Wer gerne Bier (Øl)  trinkt, für den führt kein Weg an bekannten Marken großer Brauereien wie Carlsberg und Tuborg vorbei. 

Fortbewegung

Wenn man im Frühjahr oder Sommer nach Kopenhagen reist, sollte  man die Stadt unbedingt mit dem Fahrrad erkunden. Es gibt etliche Radwege, extra Radspuren auf Straßen und sogar eigens angelegte Radrouten.

 

Nicht nur, dass die Dänen sehr umweltbewusst sind und bei der Energieerzeugung auf erneuerbare Energiequellen setzen, so nutzen die meisten Einwohner der Stadt ihr Rad täglich als Transportmittel in die Arbeit oder in die Uni. Man sagt neun von zehn Kopenhagenern fahren regelmäßig Fahrrad. Die Stadt wurde sogar schon zwei mal zur besten Fahrradstadt der Welt gekürt. Da kann sogar Amsterdam einpacken!

 

Seit 1990 findet eine neue Stadtentwicklung statt, sodass auch das U-Bahn- und S-Bahn-Schienennetz erweitert wurde. Seit 2002 fahren die Züge der Metro Kopenhagen vollautomatisch, also ohne U-Bahn-Fahrer. 

 

Das ist neu und kennen wir so noch gar nicht - in Wien sind die ersten vollautomatischen U-Bahn-Züge erst für 2023 geplant.





Top-Sehenswürdigkeiten für einen Städtetrip mit Kind


Blå Planet / National Aquarium Dänemark

Der Blå Planet (Blaue Planet) zählt zu den größten Touristen-attraktionen Dänemarks und empfängt jährlich rund 700.000 Besucher. Betrachtet man das Aquarium aus der Vogel-perspektive, so ähnelt es einem überdimensionalen Windrad (Luca korrigiert mich und meint das sei "eindeutig ein See-stern"), welches in seinem Inneren Einblicke in die nord-atlantische Meereswelt der Färöer-Inseln, in das maritime Leben des Pazifiks, den Amazonas und in Afrikas Binnenseen gewährt.

 

In verschiedensten Unterwasserwelten entdeckt man Haie, Mantarochen, Seepferdchen, leuchtende Korallenriffe, ein Schiffswrack und zischende Seeschlangen - Nemo zu finden wird bei der dort gebotenen Artenvielfalt allerdings sehr schwer! Absolute Highlights sind die Otter, die draußen ihr Becken haben, der Unterwassertunnel und das "Streichel-becken".

Jacob Fortlingsvej 1

2770 Kastrup

www.denblaaplanet.dk

 

Öffnungszeiten:

Mo          10:00 - 21:00

Di-So     10:00 - 17:00

Frederiksborg Slot / Schloss Frederiksborg

Schloss Frederiksborg liegt ca. 30 km nördlich vom Stadt-zentrum Kopenhagens in der Stadt Hillerød. Das beein-druckende Wasserschloss gilt als das größte und bedeutendste Renaissance-Bauwerk Nordeuropas. Seit 1878 ist hier, in etwa 60 Räumen, das Nationalhistorische Museum untergebracht.

Frederiksborg Slot

3400 Hillerød

www.dnm.dk

 

Öffnungszeiten (April-Oktober)

Mo-So   10:00 - 17:00

Glyptoteket

Vor dem Besuch eines der interessantesten Museen Kopen-hagens rätselt man, was es mit dem Begriff „Glyptothek“ auf sich hat. Geprägt hat den Begriff der legendäre Bibliothekar Philipp von Lichtenthaler, der die literarische Sammlung des bayerischen Königs Ludwig I einst "Glyptothek" nannte und sich damit der altgriechischen Sprache bediente. Er verstand darunter schlicht einen Aufbewahrungsort.

 

Die bedeutendsten Glyptotheken befinden sich in München, Athen, Zagreb und in Kopenhagen.

Dantes Plads 7

1556 København V

www.glyptoteket.dk

 

Öffnungszeiten:

Mo          geschlossen

Di            11:00 - 18:00 (Eintritt frei)

Do          11:00 - 22:00

Mi-So    11:00 - 18:00

Zoologisches Museum

Das Zoologische Museum ist Teil des Naturhistorischen Museums an der Universität Kopenhagen. Dazu gehören auch das Geologische Museum und der Botanischen Garten. Es zeigt dauerhafte wie auch wechselnde  Ausstellungen zur Tierwelt der Erde, zur Evolution und Naturgeschichte. Teile der umfang-reichen Sammlung mit bis zu 10 Millionen Tierarten gehen noch auf die Kunstkammer des dänischen Gelehrten Olaus Wormius (1588-1654) zurück. Dessen Museum Wormianum war das erste Museum Dänemarks.

Universitetsparken 15

2100 København

https://zoologi.snm.ku.dk

 

Öffnungszeiten:

Mo          geschlossen

Di-So     10:00 - 16:00

Rundetaarn / Der Runde Turm

Vom Runden Turm aus, der sich knappe 35 Meter über das Straßenniveau erhebt, hat man eine fantastische Aussicht über Kopenhagens altes Studentenviertel. Der Weg zur Aussichts-plattform führt über den einmaligen Schneckengang, der 209 Meter lang ist und sich 7 ½ Mal um den hohlen Kern des Turms windet.

 

Auf dem Weg nach oben befindet sich der Zugang zum 900 m² großen, schönen Bibliothekssaal, in dem das ganze Jahr über wechselnde Ausstellungen und andere Veranstaltungen statt-finden. Weiter oben liegt der Glöcknerboden mit Blick auf die enormen Kiefernholzbalken, die nach dem Brand von Kopenhagen im Jahr 1728 für den Wiederaufbau verwendet wurden. Dort gibt es auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Turms und einen Himmel mit leuchtenden Sternzeichen.

 

Im Observatorium, das ganz oben im Turm liegt, gibt es ein schönes astronomisches Teleskop, mit dem im Winterhalbjahr und in einem begrenzten Zeitraum im Sommer jeder die Sterne betrachten kann.

 

Tipp: Kurz vor Sonnenuntergang vom Turm ein Foto von Kopenhagen machen!

Købmagergade 52A

København K

1150 København K

www.rundetaarn.dk

Tivoli Vergnügungspark

Schon seit 1843 ist der Tivoli die beliebteste Attraktion der dänischen Hauptstadt. Der weitläufige Park liegt mitten in der Stadt und ist nur ein paar Minuten Fußweg vom Rådhus-pladsen (Rathausplatz) und dem Hauptbahnhof entfernt.

 

Die Bezeichnung Vergnügungspark ist unzureichend, denn der Tivoli ist ein Zusammenspiel einer wunderschön gestalteten Parkanlage, einer Vielzahl von historischen und ultramodernen Fahrgeschäften und zahlreichen Cafés und Restaurants. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein, denn der Park hat auch nach 175 Jahren nichts von seinem nostalgischen Charme verloren. Alles wirkt sehr authentisch und gemütlich. Aufdringliche Musik und grelle Neonzeichen, wie man sie aus anderen Vergnügungsparks kennt, wird man im Tivoli nicht antreffen.

 

Alles zusammen bildet eine unvergleichliche Mischung, die Besucher jeden Alters fasziniert und begeistert. Selbst Walt Disney, der Schöpfer der legendären Micky Maus, war bei seinem Besuch vor vielen Jahrzehnten so begeistert, dass die einmalige Atmosphäre des Kopenhagener Tivoli zum Vorbild für sein berühmtes Disneyland wurde!

Vesterbrogade 3

1630 København V

www.tivoli.dk

 

Öffnungszeiten:

Mo-Do   11:00 - 23:00

Fr+Sa     11:00 - 24:00

So            11:00 - 23:00

Ein kleiner Bonus am Rande...

Wer Ruhe und Gelassenheit sucht, kann es sich in einem der vielen Cafés oder Restaurants gemütlich machen. Denn typisch für Dänemark ist, dass Cafés und nahezu jedes Restaurant eine eigene Spielecke für Kinder haben. Ein ganz großer Bonus, wie ich finde. Das hat Vorbildcharakter für so manch andere Groß-städte Europas. Aber Achtung, immer ausreichend Kleingeld mithaben; billig ist Kopenhagen nun wirklich nicht!

 

Da Dänemark die Heimat von Lego ist, haben wir auch dem Lego-Shop in der Innenstadt einen Besuch abgestattet - und verbrachten dort eine geschlagene Stunde, da man hier an offenen Lego-Tischen seiner Kreativität freien Lauf lassen kann.

 

Im Großen und Ganzen hatten wir einen hyggeligen Aufenthalt in dieser bemerkenswerten Stadt. Hygge-was? Hyggelig! Das ist das typisch dänische Lebensgefühl! Der Begriff wird oft falsch übersetzt mit "Gemütlichkeit", vielmehr ist es aber eine Steigerung dessen, die man sehen & fühlen kann. Hyggelig ist eben typisch Dänemark - das muss man erleben!